12.12.2021
SonntagsPost - 12. Dezember 2021

Herodes - Die Weihnachtsgeschichte kennt auch schlimmstes Leid. Herodes zeigt uns die Abgründe menschlichen Handelns in Anbetracht von unsicherer Zukunft und Angst.

s/w Zeichnung von stilisiertem Herodes
Überschrift

Auch er reagiert auf die Ankündigung von Jesus' Geburt. Doch er fühlt sich als König der Juden bedroht (obwohl er kaum mehr etwas anderes war als römischer Vasall). Er kennt seinen Platz nicht mehr, wenn da plötzlich ein Kind kommt, dass ebenfalls König der Juden sein soll. Herodes fühlt sich bedroht, fürchtet sich und Angst wird zu seinem engsten Ratgeber. So kommt es zum Kindermord von Bethlehem: Herodes lässt, in der Hoffnung auch Jesus zu erwischen, alle jüdischen Jungen bis zwei Jahre umbringen. Wutentbrannt, weil die Sternendeuter (Heiligen drei Könige) nicht zurückgekommen sind, um ihm zu berichten, wo sie Jesus gefunden haben. Herodes - er bringt Blut in die Weihnachtsgeschichte, die wir so gerne froh und hell verkünden. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Ebenfalls in uns. Wo fühlen wir uns bedroht und vergessen die Menschlichkeit? Die Bilder der sterbenden Kinder, Frauen und Männer im Mittelmeer, an der polnisch-ungarischen Grenze. Da sind sie, die Schatten, auch in dieser Weihnachstzeit. Herodes. Er zeigt uns auch einen Umgang mit ungewisser Zukunft. Er entscheidet sich für Angst. Er entscheidet sich für Hass.

Heute etwas nachdenklicher in der Adventszeit grüßt

Eure Jennifer