10.06.2022
SonntagsPost - 12. Juni 2022

Jesu Worte haben befreiende Macht.

Jesu Worte haben befreiende Macht.

"Denn ihr alle seid eins in Christus Jesus." (Galater 3,28)

Die Bibel als feministisches Manifest lesen zu wollen, ist so schwer, wie sie als antifeministische Kampfschrift zu bezeichnen.

Jesu Worte haben befreiende Macht. Für ALLE Menschen. In ihm sind wir alle eins. Gleichwertig.

Dass die Worte und Taten Jesu in die Zeit vor 2000 Jahren fallen, ist eigentlich umso bemerkenswerter. Jesus hat mit seiner Botschaft von Frieden und Gleichheit eben keine Eulen nach Athen getragen... Seine Botschaft war neu. Radikal. Sie brachte Unruhe und Aufruhr. Sie stellte alles auf den Kopf.

Er ging bei Frauen ein und aus. Er stellte klassische Rollenbilder auf den Kopf. Da ist die Frau mehr als Dienstleistende für die Männer. Vgl. Maria und Martha (Lukas 10,38ff).

Er schützte Frauen vor Unterdrückung und Ermordung aufgrund einer unterdrückenden Sexualmoral (Johannes 8).

Viele Frauen folgten ihm nach, waren Jüngerinnen und blieben bei ihm in Tod und Grablegung.

Und doch bleiben die meisten biblischen Texte im Duktus der patriarchalen Gesellschaft zu der Zeit. Der Mann war Maßstab der Norm.

Diese Ambivalenz bleibt auszuhalten.

Was bleibt? Die Bibel sollte uns nicht als Vorbild und Richtschnur in traditionellen, rückschrittlichen oder gar ausgrenzenden Verhaltensmustern dienen, sondern als Buch zur lebensbejahenden Veränderung. In einem war Jesus nämlich absolut klar: "Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet." (Matthäus 7,1)

Nach diesem Motto möchten wir frisch und munter für mehr Gleichheit, mehr Freiheit und mehr Frieden eintreten.

Habt einen gesegneten Sonntag.


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