19.05.2021
Was ist #digitalekirche?

Kirche ist die „Gemeinschaft der Heiligen“, der Menschen, die mit Gott unterwegs sind. Diese Gemeinschaft kann vor Ort zusammenkommen, sich als Landeskirche oder große/weltweite Vereinigung vernetzen und ist in Gott eine weltweite Vereinigung. Kirche findet also analog an vielen Orten statt und bildet eine geistliche Gemeinschaft. Seit ca. 5-10 Jahren gibt es immer mehr Möglichkeiten, sich auch digital zu treffen und zu versammeln. In Foren, Newsgroups oder Online-Netzwerken. Eine der frühesten noch heute aktiven Formen ist die #twomplet, ein von Laien geleitetes Abendschlussgebet (Komplet) auf Twitter jeden Abend um 21 Uhr. Darüber hinaus führt die Digitalisierung dazu, dass immer mehr Arbeitsbereiche des kirchlichen Lebens auch „online“ stattfinden und dadurch die Kirche digital wird. Als OnlineKirche sehen wir uns schon immer als Teil von #digitaleKirche, weil wir OnlineGemeinschaft im Internet bauen. Wir vernetzen uns bei Barcamps, Tagungen und Kirchentagen mit anderen Akteuren, bringen eigene Projekte ein und lernen von den Ideen anderer. Freundschaftlich, wohlwollend, demütig und innovativ. Neue Formen von Kirche ausprobieren, gutes weiterentwickeln und anderes wieder sein lassen. Dieses Miteinander zeichnet die #digitalekirche aus. Es gibt keine Hierarchien, wenig Regeln und eine große Offenheit für neue Ideen.
Ein Baustein von #digitalekirche sind SocialMedia-Auftritte. Viele kleine Seiten auf Facebook, Instagram, Twitter, TikTok, YouTube, … können über Freunde und deren Freunde mit vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt stehen. Je größer ein Kanal, desto größer die eigene Reichweite, daher bemühen sich viele Menschen darum, „Influencer“ zu werden und viele tausend Follower zu bekommen. Dagegen ist nichts zu sagen, aber wir sollten uns bewusst machen, dass es nicht der Standard ist, dass „normale Menschen“ mit 10.000 Menschen interagieren und auch die #digitalekirche besteht ja zumeist aus normalen Menschen. Es ist also gut, wenn einzelne Leuchttürme weit ausstrahlen, wichtiger ist aber, dass viele Menschen miteinander im Gespräch sind, nicht nur ausstrahlen, sondern auch zuhören, miteinander im Gespräch sind und sich auf gleichberechtigter Ebene vernetzen. Und das geht eben nur mit einer kleineren Gruppe.

#digitalekirche kann so eine Plattform bieten, ein Dach unter dem sich große und kleine Seiten und Kanäle versammeln, unter dem wir voneinander lernen, uns wahrnehmen, uns gegenseitig fördern, ermutigen und wohlwollend begleiten. Während wir Mainstream-Plattformen und ihre Reichweite nutzen, denken wir gleichzeitig auch über Datenschutz und Persönlichkeitsrechte nach, erproben neue oder alternative Kanäle und prüfen, welche Techniken hilfreich sind, um kirchliches Leben digital zu unterstützen.

Theotabea hat zu diesem Thema auch einen spannenden Artikel geschrieben: https://theotabea.com/2021/05/17/digitale-kirche-wir-mussen-reden-uber-grose-netzwerke-und-grose-probleme/