OnlineAndacht Jugendfestival Volkenroda 2018

Auf dem Evangelischen Jugendfestival 2018 feierten wir im Christuspavillon Volkenroda unsere erste OnlineAndacht.

Format

Die Andacht sollte einen ca. einwöchigen Vorlauf via Internet bekommen, dann in Volkenroda mit interaktiven Elementen gefeiert werden und einen Nachlauf via Internet ermöglichen.

 

Elemente der Andacht

Hashtag

Für die Online-Interaktion wurde ein Hashtag definiert: #OKglauben. Es setzte sich aus den Kürzeln der OnlineKirche und dem Verb "glauben" zusammen, welches auch einen Bereich auf der Webseite der OnlineKirche bezeichnet.

 

Einladungsvideo

In einem ca. einminütigen Video lädt der Pfarrer der OnlineKirche, Ramón Seliger, für die Andacht ein. Es wurde auf youtube veröffentlicht.

 

 

 

Projekt-Webseite

Ca. eine Woche vor der Andacht ging eine Webseite online. Sie enthält auf nur einer Seite (OnePage) als Titel das Hashtag, das Einladungsvideo und nach und nach Impulse sowie ausgewählte Reaktionen. Die Seitengestaltung unterschied sich bewußt vom Corporate Design und der News-orientierten Gestaltung der Hauptseiten der OnlineKirche.  Damit war die Projektseite einfach in der Bedienung und für die Zielgruppe adäquat gestaltet.

Projektwebseite OKglauben

 

Impulse

Von Tag zu Tag wurden auf der Projektwebseite Impulse veröffentlicht. Zunächst "abseits" des christlichen Glaubens, führten sie über mehrere Stufen zur Frage nach dem "lieben Gott". Diese Impulse sollten in der Vorbereitungswoche Interaktionen via Internet provozieren.

 

Soziales Netzwerk

Parallel zur Projektwebseite wurden die Impulse grafisch aufbereitet und in dem sozialen Netzwerk Instagram veröffentlicht, Beispiele, siehe unten. Bei Instagram vermuteten wir einen großen Teil unserer Zielgruppe, was sich vor Ort auch bestätigte. Ein Anliegen digitaler Arbeit im kirchlichen Bereiche sollte sein, nicht nur die Angebote der etablierten Technologiekonzerne zu nutzen, sondern auch offene, freie föderale Systeme. Die entsprechende freie Alternative Pixelfed ist nach unserem Kenntnisstand jedoch noch nicht für die Allgemeinheit einsatzbereit. Zusätzlich wurde die klassische E-Mail angeboten.

Instagram Nachrichten zum Hashtag #OKglauben

 

Andacht

Vor Ort feierten wir die Andacht mit Jugendlichen. Mit zwei Livekameras ging der Stream ins Internet (einige Schnappschüsse, siehe unten). Im interaktiven Teil vor Ort bekamen die Teilnehmer ca. 5 Minuten Zeit um im Kreuzgang des Christuspavillons Fotos zu machen. Sie sollten einen Aspekt ihres Glaubens veranschaulichen und wurden auf Instagram hochgeladen. Die Teilnehmer via Internet hatten ebenfalls die Möglichkeit eigene Bilder hochzuladen oder zu kommentieren.

Ein Beispiel der Interaktion vor Ort:

 

#kannsteglauben #okglauben

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Technik

Die Projekt-Webseite wurde auf einem eigenen Server (Linux, ubuntu 16, apache, bootstrap 4) mit html 5 in responsivem Design umgesetzt und via ssh bzw. sshfs aktualisiert. Der Code der Seite wurde auf github archiviert. Das Einladungsvideo wurde mit einer einfachen Videokamera gedreht und unter Linux mit kdenlive geschnitten. Grafiken für Instagram wurden mit Gimp unter Linux realisiert. Insofern erforderte die Umsetzung der Vorbereitungen keinerlei kostenpflichtige Software Lizenzen.

Die Liveübertragung erfolgte mit einem epiphan Webcaster über einen Wlan-Hotspot mit mobiler Datenoption. Teilweise gab es Qualitätseinbusen durch Bandbreitenengpässe. Durch (noch) fehlende Bild- und Tonmischer war die Übertragung gestalterisch suboptimal. Es wurde eine klassische Videokamera via HDMI und eine USB-Kamera verwendet, die direkt anschließbar waren, jedoch große Qualitätsunterschiede aufwiesen. Der Ton wurde von einer kleinen PA abgenommen und über einen mobilen Kameramischer  zugemischt. Durch die begrenzten Audioeingänge und die notwendige räumliche Positionierung des Mischers unter der Kamera war keine optimale Tonmischung möglich.

Technik- und Softwareliste

  • epiphan Webcaster
  • Lilliput 5" HDMI-Video-Monitor als Kontrollmonitor für epiphan Webcaster
  • WLan-Hotspot TP-Link 4gLTE
  • Video-Kamera Canon HF G10
  • USB-Kamera Logitech C930e
  • Audiointerface Saramotic SR-AX104für Kamera
  • Beamer
  • Laptop für die Anzeige der Instagram Nachrichten via Beamer (hier: Linux ubuntu 16)
  • Laptop für Aktualiserung der Webseite, Interaktion und Administration (auch: Linux ubuntu 16)
  • Gimp für Grafikbearbeitung unter Linux
  • kdenlive für Videobearbeitung unter Linux

 

Auswertung

In der Vorlaufwoche wurde der Instagram-Account der OnlineKirche ertmals durch uns normal genutzt. Die veröffentlichten Impulse wurden trotz des relativ unbekannten Accounts gut wahrgenommen und erhielten zahlreiche "gefällt mir" Klicks aber kaum Kommentare. Instagram ist vom Aufbau her wohl nicht als Kommunikationsmedium einzuordnen sondern eher als "Einbahnstraße". Das Gewicht liegt auf den Bildern, Kommentare sind in der App nicht gut wahrzunehmen. Der Focus von Instagram richtet sich auf die Smartphone-App. Die via Laptop an die Leinwand projizierte Instagram-Hastag-Wand zeigte nicht alle hochgeladenen Beiträge an.

In der Vorlaufwoche wurde nicht erreicht, dass Jugendliche selbst unter dem Hashtag aktiv werden. Die Aktion konnte aus organisatorischen Gründen nicht ausreichend in den Konfirmandengruppen und Jungen Gemeinden bekannt gemacht werden. Eine zahlenmäßig relevante Online-Gemeinschaft existiert noch nicht.

Die Teilnehmer vor Ort waren zwar alle mit einem Smartphone ausgestattet, der Einweisungsaufwand zur Erklärung der Interaktion wurde jedoch unterschätzt. Desweiteren war kein öffentliches W-Lan vorhanden und nur wenige der Teilnehmer verfügten über eine mobile Datenoption für die Internetnutzung.

Die erforderliche Ansprache der beiden Zielgruppen (vor Ort und im Internet) erwies sich durch eine Person (Pfarrer) als nicht befriedigend umsetzbar. Die Teilnehmer vor Ort erforderten teilweise alle Aufmerksamkeit sodass die Teilnehmer via Internet nicht entsprechend berücksichtigt werden konnten. Während der Andacht wäre eine Art Moderator für die Teilnehmer via Internet nötig gewesen. Die Interaktion der Teilnehmer via Internet konnte ebenfalls nicht befriedigen begeleitet und eingebunden werden, da die Kräfte durch Organisatorisches wärend der Andacht, die Liveübertagung und rudimentäre Bildregie gebunden waren.

 

Zusammenfassung und Ausblick

Das gewählte Format aus vor- und nachlaufender Interaktion, Projektwebseite und Liveübetragung ist trag- und ausbaufähig. Eine intensivere Bekanntmachung bei Multiplikatoren im Vorfeld ist anzuraten. Für die gesamte Umsetzung ist ein größeres Team nötig. Während der Interaktion vor Ort sollte die Kommunikation mit den Teilnehmern via Internet durch einen weiteren Mitarbeiter übernommen werden. Für diesen Zeitabschnitt wäre die zusätzliche Einspielung von PC-Desktops in den Videostream sinnvoll. So könnten z.B. sog. Social-Walls etc. angezeigt werden. Die Audio- und Videotechnische Basis sollte ausgebaut werden. Die Aktualisierung der Projekt-Webseite könnte künftig über ein Mini-CMS oder ähnlich realisiert werden, damit auch ohne Programmierkenntnisse gearbeitet werden kann. Wünschenswert ist ein System über das ohne die Erhebung von persönlichen Daten bzw. die Nutzung von "fremden" sozialen Netzwerken Interaktionen möglich werden.


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