18.06.2019
Was für ein Vertrauen

Andacht feiern mit der OnlineKirche zum Kirchentag 2019 in Dortmund. Allein oder in Gemeinschaft, mit Hilfe des PC oder dem Smartphone.

Psalm                Psalm 62 (den ganzen Psalm gibt’s hier)

 

Meine Seele ist stille

zu Gott, der mir hilft.

Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz,

dass ich gewiss nicht wanken werde.

Sei nur stille zu Gott, meine Seele;

denn er ist meine Hoffnung.

Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz,

dass ich nicht wanken werde.

Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, / der Fels meiner Stärke,

meine Zuversicht ist bei Gott.

Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, / schüttet euer Herz vor ihm aus;

Gott ist unsre Zuversicht. SELA.

Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch;

sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind.

Verlasst euch nicht auf Gewalt

und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung;

fällt euch Reichtum zu,

so hängt euer Herz nicht daran.

Eines hat Gott geredet,

ein Zweifaches habe ich gehört:

Gott allein ist mächtig.

 

Auslegung

 

Der Deutsche Evangelische Kirchentag vom 19.-23. Juni in Dortmund geht in seiner Losung den Worten aus dem 2. Buch Könige 18,19 nach: Was für ein Vertrauen  

 

Was für ein Vertrauen?

Wer so fragt, der hat seine Antwort wohl schon gefunden:

Von welchem Vertrauen redet ihr da?

Was soll das sein V-e-r-t-r-a-u-e-n.

Für den muss Vertrauen erst einmal buchstabiert werden.

Und in der Tat: Wir haben guten Grund argwöhnisch zu sein.

Beispiel für den Missbrauch von Vertrauen hat jede und jeder im persönlichen Umfeld.

Und Medien und SocialMedia fördern täglich zigtausend neue Beispiel herauf.

Mit dem Vertrauen ist es nicht weit her.

Und ist es nicht auch gesund und vernünftig,

lieber skeptisch und argwöhnisch zu sein?

 

Nun, die Frage ist:

Haben wir eine Alternative?

Können wir überhaupt ohne leben?

Können wir nur einen Schritt in unserem Leben gehen,

ohne anderen Menschen zu vertrauen?

Wie fühlt sich das an, bei jedem Kauf, bei jedem Gespräch misstrauisch zu sein?

Stimmt das denn, was der mir da sagt?

Kann ich dem trauen?

Will die mich nicht doch über den Tisch ziehen?

 

Leben wird so furchtbar anstrengend!

Leben wird kompliziert!

Leben wird nicht mehr lebenswert!

 

Was für ein Vertrauen!

In der biblischen Losung aus dem 2. Buch Könige will Gott uns eine andere Botschaft vermitteln:

Vertraut einander!

Investiert in eure Beziehungen.

Manchmal ist das verlorene Vertrauen für eine Beziehung und für eine Gesellschaft am Ende teurer als der schnelle Gewinn.

Aber wer anderen Menschen vertrauen will,

der braucht selbst ein festes Fundament, auf dem er stehen kann.

 

Leben braucht Vertrauen

Und dieses Vertrauen finde ich bei Gott.

Dieses Vertrauen bedeutet,

zuversichtlich zu leben, ohne unkritisch zu sein.

Dieses Vertrauen bedeutet,

mutig in Beziehungen zu investieren,

immer in der Hoffnung:

Auch der andere ist auf der Suche nach Vertrauen.

Und so wird Begegnung möglich.

So können wir zusammen-leben.

 

 

Gebet

 

Gott,

du weißt um unsere Hoffnung und Ängste,

du weißt, wo wir Vertrauen zum Leben brauchen.

Wir bitten dich:

Öffne uns Herzen und Hände

und schenke uns Vertrauen in dich, in uns selbst und in andere Menschen.

Wir bitten dich für den Kirchentag in Dortmund:

Für eine gute und vertauensvolle Gemeinschaft,

für einen offenen Diskurs, der die kritischen Themen nicht ausspart.

Für eine Kirche, die sich vor den Fragen der Zeit nicht verschließt.

Amen