10.02.2019
Warum habt ihr solche Angst?

Andacht feiern mit der OnlineKirche. Allein oder in Gemeinschaft, mit Hilfe des PC oder dem Smartphone.

 

Lied:
Wer nur den lieben Gott läßt walten (EG 369)  
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Psalm:
Der HERR ist mein Hirte
Mir fehlt es an nichts.
     Die Weiden sind saftig grün.
     Hier lässt er mich ruhig lagern.
     Er leitet mich zu kühlen Wasserstellen.
Dort erfrischt er meine Seele.
Er führt mich gerecht durchs Leben.
Dafür steht er mit seinem Namen ein.
     Und muss ich durch ein finsteres Tal,
     fürchte ich keine Gefahr.
Denn du bist an meiner Seite!
Dein Stock und dein Stab
schützen und trösten mich.
     Du deckst für mich einen Tisch
     vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haar mit duftendem Öl
und füllst mir den Becher bis zum Rand.
     Nichts als Liebe und Güte begleiten mich
     alle Tage meines Lebens.
Mein Platz ist im Haus des HERRN.
Dorthin werde ich zurückkehren –
mein ganzes Leben lang!

Psalm 23 (BasisBibel) > Der ganze Psalm zum Nachlesen

 

Bibelwort:
Im Sturm auf die Probe gestellt
Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Wir wollen ans andere Ufer fahren.«
Sie ließen die Volksmenge zurück. Dann fuhren sie mit dem Boot los, in dem er saß. Auch andere Boote fuhren mit.
Da kam ein starker Sturm auf. Die Wellen schlugen ins Boot hinein, sodass es schon volllief.
Jesus schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Seine Jünger weckten ihn und riefen: »Lehrer! Macht es dir nichts aus, dass wir untergehen?«
Jesus stand auf, bedrohte den Wind und sagte zu dem See: »Werde ruhig! Sei still!« Da legte sich der Wind und es wurde ganz still.
Und Jesus fragte die Jünger: »Warum habt ihr solche Angst? Wo ist euer Glaube?«
Aber die Jünger überkam große Furcht. Sie fragten sich: »Wer ist er eigentlich? Sogar der Wind und die Wellen gehorchen ihm.«

Markus 4,35-40 (Basis-Bibel)  > Bibelstelle zum Nachlesen

 

Auslegung:
Warum habt ihr solche Angst?
Jesus überrascht seine Freunde, die Jünger mit seiner Frage.
Das Wasser steht ihnen bis zum Hals.
Wellen schlagen ins Boot.
Der Boden unter den Füßen wankt.
Das Boot droht unterzugehen.
Und Jesus fragt die Jünger in aller Ruhe:
Warum habt ihr solche Angst.

Oft genug im Leben sitzen wir mit den Jüngern in einem Boot.
Dann schlagen die Wellen hoch
Und dann wankt der Boden unter unseren Füßen.
Wo habe ich Angst?
Was bereitet mir Kopfzerbrechen?
Vielleicht die Sorge einen guten Freund?
Vielleicht aber auch die Sorge um mich selbst?
Die Frage: Wie soll das mit mir weitergehen?
Welchen Ausweg gibt es aus meiner Not, meiner Krankheit, meiner Einsamkeit?

Jesus fragt seine Freunde:
Warum habt ihr solche Angst?
Nun, weil Angst eben ganz menschlich ist.
Jeder Mensch hat Angst.
Gott sei Dank.
Sie schützt vor so manch schwerer Erfahrung.

Angst ist nicht unbedingt etwas schlechtes.
Aber Angst kann auch sehr bedrohlich werden.
Sie kann unser Leben zerstören,
kann unser ganzes Fühlen, Denken und Handeln bestimmen.
Und dann wird die Angst zum Problem.
Dann verändert sich unser Leben,
wird eng und dunkel.

Dann geht die Freiheit und Klarheit verloren.
Angst ist kein guter Berater für Entscheidungen.

Und so verstehe ich Jesus,
wenn er zu uns sagt:
Warum habt ihr solche Angst?
Er sagt hier nicht:
Habt keine Angst.

Angst gehört zu uns Menschen,
aber sie darf nicht die Herrschaft über uns ausüben.

Wer sich von seiner Angst leiten lässt,
der wird bald nur noch Gefahren und Böses hinter jeder Ecke vermuten.

Jesus sagt: Warum habt ihr solche Angst?
Wo ist euer Glaube?
Es ist der Glaube,
der uns aufatmen lässt.
Der Glaube sieht weiter,
sieht hinter die Angst und erkennt Gott,
der unser Leben in seiner Hand hält.

Lassen wir uns nicht durch unsere Angst bestimmen,
sondern im Vertrauen auf Gott und im festen Glauben leben.

 

Gebet:
Gott,
wir rufen zu Dir.
Als Menschen haben wir Angst.
Bewahre du uns davor,
dass sie Angst überhandnimmt,
dass wir gefangen sind von unserer Angst,
dass unsere Angst uns erdrückt.
Schenke uns Vertrauen zu dir und zu den Menschen.
Stell unsere Füße auf weiten Raum und führe uns in die Freiheit.
Amen.