Richterstuhl und Spiegelbild

Andacht feiern mit der OnlineKirche. Allein oder in Gemeinschaft, mit Hilfe des PC oder dem Smartphone. 16. November 2018.

 

Lied:
Such, wer da will, ein ander Ziel (EG 346)  > Liedtext zum Nachlesen   > Lied abspielen auf Youtube

Psalm:   
„Gott, Gott, der HERR, begann zu reden und rief die Welt –
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang.“
    Er ruft den Himmel hoch oben und die Erde als Zeugen auf.
    Er will über sein Volk Gericht halten.
Der Himmel verkündet seine Gerechtigkeit:
Ja, Gott selbst ist der Richter.
    Darum bringe Gott dein Dankgebet als Opfer dar!
    Erfülle, was du dem Höchsten versprochen hast.
Und wenn du in der Not bist, rufe nach mir!
Dann rette ich dich, und du wirst mich dafür ehren.
    Aber ich werde dich zur Verantwortung ziehen.
    Ich werde dir deine Taten vor Augen halten.“

Psalm 50* (BasisBibel, den ganzen Psalm gibt’s hier)

Bibelwort:
„Wir alle müssen einmal vor dem Richterstuhl von Christus erscheinen.“
2. Korintherbrief 5,10 (Basis-Bibel, Bibelstelle zum Nachlesen)

Auslegung: 
Was gibt es schwierigeres als einem Menschen im Jahre 2018 zu vermitteln,
dass auch sie und auch er einmal vor den Richterstuhl Christi treten muss?
Da kommt doch die Frage auf: Welcher Richterstuhl?
Nein, der Glaube an ein bevorstehendes Gericht hat nicht nur unter jungen Menschen im Jahre 2018 wahrlich nicht viele Fürsprecher.
Das alte Bild an der Wand ist vergilbt:
Jesus Christus als Richter.
Auf dem Stuhl sitzend richtet er über die Menschen, die vor ihn treten.
Entweder in die Hölle oder eben in dem Himmel,
je nachdem, wie ein Mensch gelebt hat.
Das ist vielen Menschen sehr fern und nur schwer zu greifen.

Aber, dann halte ich einen Moment inne.
Nur eben lange genug um einmal zur Ruhe zu kommen.
Mich zu besinnen.
Einmal wahrzunehmen, wie es mir geht und was mich beschäftigt.

Und dann steigen die leisen Zweifel auf in mir:
Ob das alles so richtig ist?
Ob ich meinen Aufgaben gewachsen bin?
Ob ich das richtige Leben lebe?

Vielleicht sehen die Bilder vom Richterstuhl heute anders aus.
Vielleicht ist der Richterstuhl vor den ich heute trete eher der Spiegel,
der mich mit mir selbst konfrontiert.
Der mich fragt: Wer bist du und was meinst Du, wer du bist?
Was hast Du schon geleistet?
Bist Du eigentlich wert, für wen die Leute dich halten?

Fragen, die ans Eingemachte gehen.
Die Wunden offenlegen, und Zweifel.
Fragen wie Spiegelbilder,
die wehtun.

Und dann denke ich wieder an das Bild vom Richterstuhl.
Und dass mit Christus einer auf mich blickt,
vor dem ich nicht bestehen muss.
Der nicht danach fragt: Was hast Du geleistet?
Was kannst Du in die Waagschale werfen.
Der nicht den Finger in die Wunde legt und mich nach meinen Fehlern beurteilt,
sondern einer der mich einfach so annimmt,
obwohl ich bin wie ich bin.

Das lass dir gesagt sein, du Mensch im Jahr 2018:

Es gibt einen Gott.
Du bist es nicht.
Also entspann dich und vertraue auf Gott!
Er wird es  r i c h t e n ...