27.01.2020
Mit Gott frei werden von den Schubladen

Andacht feiern mit der OnlineKirche in der Woche ab dem 26.1.2020. Allein oder in Gemeinschaft, mit Hilfe des PC oder dem Smartphone.  

 

Wochenspruch    Lukasevangelium 15,29

Es werden kommen von Osten und von West,
von Norden und von Süden,
die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.

Lied               Meine engen Grenzen (hier ist ein Link zu einem YouTube-Video)

1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht 
bringe ich vor dich. 
Wandle sie in Weite, Herr, erbarme dich? (2x) 

2. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt 
bringe ich vor dich. 
Wandle sie in Stärke, Herr, erbarme dich? (2x) 

3. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit 
bringe ich vor dich. 
Wandle sie in Wärme, Herr, erbarme dich? (2x)

4. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit 
bringe ich vor dich. 
Wandle sie in Heimat, Herr, erbarme dich? (2x)

Psalm            Psalm 86 – Gott meint es gut mit mir

HERR, hab ein offenes Ohr, antworte mir!
Denn ich bin arm und wehrlos.
   Bewahre mein Leben, ich bin dir doch treu!
   Hilf deinem Knecht, du bist ja mein Gott!
Ich verlasse mich auf dich.
Hab Erbarmen mit mir, mein Herr!
   Denn ich rufe zu dir den ganzen Tag.
   Gib deinem Knecht wieder ein fröhliches Herz!
Meine ganze Sehnsucht gilt doch dir, mein Herr.
So höre auf mein Bittgebet, HERR!
   Bemerke mein Flehen um Gnade!
   In meiner Not rufe ich zu dir!
   Denn du wirst mir antworten.
Ja, groß bist du und tust Wunder.
Du allein bist ein einzigartiger Gott!

Bibeltext        Matthäus 8,5-13 - Der Hauptmann von Kapernaum

5 Jesus kam nach Kafarnaum.
Da ging ihm ein römischer Hauptmann entgegen.
Er bat Jesus:
6 »Herr, mein Kind liegt gelähmt zu Hause.
Es hat furchtbare Schmerzen!«
7 Jesus fragte ihn:
»Soll ich etwa kommen
und es gesund machen?«
8 Der Hauptmann antwortete:
»Herr! Ich bin es nicht wert,
dass du mein Haus betrittst!
Aber sprich nur ein Wort
und mein Kind wird gesund!
9 Denn auch bei mir ist es so,
dass ich Befehlen gehorchen muss.
Und ich selbst habe Soldaten,
die mir unterstehen.
Wenn ich zu einem sage:
›Geh!‹,
dann geht er.
Und wenn ich zu einem anderen sage:
›Komm!‹,
dann kommt er.
Und wenn ich zu meinem Diener sage:
›Tu das!‹,
dann tut er es.«
10 Jesus war über die Antwort erstaunt.
Er sagte zu den Leuten,
die ihm gefolgt waren:
»Amen, das sage ich euch:
Bei niemandem in Israel
habe ich so einen Glauben gefunden!
11 Ich sage euch:
Viele werden aus Ost und West kommen.
Sie werden mit Abraham, Isaak und Jakob
im Himmelreich zu Tisch liegen.
12 Aber die Erben des Reiches
werden hinausgeworfen in die völlige Finsternis.
Dort gibt es nur Heulen und Zähneklappern.«
13 Dann sagte Jesus zum Hauptmann:
»Geh! So wie du geglaubt hast,
soll es geschehen!«
In derselben Stunde wurde sein Kind gesund.

Auslegung        Gott liebt nicht in Schubladen

Eine verrückte Szene.
Jesus begegnet einem römischen Hauptmann.
Der Römer ist ein Ungläubiger.
Weiß Gott, an was der glaubt.
An Nichts. An viele Götter.
Wer weiß das schon.

Jetzt vertraut er sich Jesus an.
Er bittet ihn um Hilfe für seinen Knecht.
Nur ein Wort soll Jesus sprechen.
Das wäre für ihn genug.
Das würde schon reichen um den Knecht gesund werden zu lassen.
Das denkt zumindest der Ungläubige Römer.

Und Jesus wundert sich.
Jesus wundert sich über den Glauben des ungläubigen Römers.
Was ist das für ein Vertrauen, das der Römer da hat?

Jesus schaut nicht auf die Herkunft des Mannes.
Er schaut nicht auf seinen Beruf als Soldat.
Er lehnt ihn nicht ab, weil er nicht die religiösen Gesetze der damaligen Zeit befolgt.
Jesus schaut allein auf den Glauben.
Und der ist beeindruckend.
Und Jesus spricht:
Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast.

So ist es mit Gott:
Gott liebt nicht in Schubladen.
Er begrenzt seine Liebe nicht auf Sprache, Hautfarbe, Kulturen,
vielleicht ja nicht einmal auf Religionen?

Gottes Liebe ist weiter als es uns vielleicht manchmal lieb ist.
Unsere Schubladen, sie geben uns ja auch Halt und Ordnung.
Unsere Grenzen bieten Gelegenheiten zum Festhalten.

Aber Gottes Liebe reicht weiter. Er will uns frei machen von unseren Schubladen. 
Auch wenn uns das manchmal herausfordert.
Gott liebt nicht in Schubladen.

Gebet

Gott,
wir Menschen sind ganz verschieden.
Wir sprechen verschiedene Sprachen,
wir leben in verschiedenen Kulturen,
wir beten sogar in verschiedenen Religionen,
und doch gehören wir alle zu dir.
Du empfängst uns mit offenen Armen so verschieden wir sind.
Wir danken dir für deine Offenheit und wir bitten dich:
Schenke auch uns ein weites Herz.
Lass uns anderen Menschen offen begegnen
Und unsere Verschiedenheit nicht als Problem,
sondern als Teil der Lösung verstehen,
wie wir gut miteinander leben können.
Amen.