24.11.2018
Lasst euer Licht brennen

Andacht feiern mit der OnlineKirche. Allein oder in Gemeinschaft, mit Hilfe des PC oder dem Smartphone.

 

Lied:
Der Himmel, der ist (EG 153)   > Liedtext zum Nachlesen   > Lied abspielen auf Youtube

 

Psalm:   
Denn tausend Jahre vergehen vor deinen Augen, Gott,
so schnell, als wäre es gestern gewesen.
     Du reißt Menschen wie aus einem Schlaf.
     Sie sind doch nichts weiter als Gras,
     das am Morgen zu wachsen beginnt.
Am Morgen blüht es und wächst hoch,
am Abend wird es geschnitten und welkt.
     Unser Leben dauert ungefähr siebzig Jahre
     oder, wenn wir bei Kräften sind, auch achtzig.
Lass uns begreifen, welche Zeit wir zum Leben haben –
damit wir klug werden und es vernünftig gestalten.
     So wollen wir jubeln und uns freuen
     an allen Tagen unseres Lebens.

Psalm 90* (BasisBibel, > Der ganze Psalm zum Nachlesen )

 

Bibelwort:
"Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen."
Lukasevangelium 12,35 (Luther-Bibel  > Bibelstelle zum Nachlesen)

 

Auslegung:
Der November ist eine ernste Sache.
Nicht mehr richtig Herbst
Und noch nicht richtig Advent.
Das wunderbare Herbstlicht,
die Spätsommersonne ist vergangen
und die Lichter des Advents,
sie brennen noch nicht.
November ist eine Zwischenzeit,
eine nachdenkliche Zeit.

Mitten hinein in diese Zwischenzeit fällt das Ende des Kirchenjahres.
An diesem Sonntag geht das Kirchenjahr zu Ende.
Die Menschen nennen diesen Sonntag Ewigkeitssonntag oder Totensonntag.
Viele Menschen gehen auf den Friedhof und besuchen ihre Lieben,
ganz gleich ob sie im vergangenen Jahr oder schon vor Jahren verstorben sind.
Es ist gut, eine Kerze, ein Licht mit auf den Friedhof zu nehmen.
Gegen die Dunkelheit von außen und von innen.
Ein Licht zum Festhalten gegen Trauer und Tod,
wenn sie über uns kommen in dieser Zwischenzeit zwischen Leben und Tod.

Aber, so lesen wir im Psalm:
Es ist gut, schon zu Lebzeiten über das Sterben nachzudenken und zu reden.
„Lass uns begreifen, welche Zeit wir zum Leben haben –
Damit wir klug werden und es vernünftig gestalten.“
Alles hat seine Zeit.
Es gibt eine Zeit zu trauern und zu weinen –
Und auch das muss sein,
damit wir Abschied nehmen können von Menschen,
die uns am Herzen liegen.
Der Gang zum Friedhof,
die Kerze in der Hand
und die Erinnerungen im Herzen.

Und es gibt eine Zeit zu leben
und das Leben zu nutzen und vernünftig zu gestalten.
Nicht das Leben aufschieben auf den Sankt Nimmerleinstag,
nicht die die Träume aufschieben auf eine ferne Zukunft,
nicht das hier und heute vergessen.
Damit wir nicht eines Tages sagen müssen:
„Hätte ich doch ...“