17.02.2019
Gottes andere Gerechtigkeit

Andacht feiern mit der OnlineKirche. Allein oder in Gemeinschaft.

Wir laden dich ein, diese Andacht in einer für dich passenden Atmosphäre zu feiern.

  • Finde einen Ort, an dem du ungestört bist, schalte digitale und analoge Unterbrechungen ab und komme an diesem Ort an.
  • Öffne diese Website und ggf verlinkte Musikstücke auf einem Computer oder Smartphone (ggf prebuffern oder Werbung wegklicken).
  • Wenn möglich, zünde dir eine Kerze an oder schaffe eine andere andächtige Stimmung um dich herum.
  • Öffne dein Herz und sei bereit, Gott zu begegnen.

Als Gruppe könnt ihr die Texte aufteilen und Formen der Beteiligung finden, wie es zu euch passt.

 

 

Lied:
Sonne der Gerechtigkeit (hier anhören)

1) Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit;
brich in Deiner Kirche an, daß die Welt es sehen kann.
Erbarm Dich, Herr.

2) Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit,
daß sie Deine Stimme hört, sich zu Deinem Wort bekehrt.
Erbarm Dich, Herr.

3) Schaue die Zertrennung an, der sonst niemand wehren kann;
sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verirrt.
Erbarm Dich, Herr.

4) Tu der Völker Türen auf;
Deines Himmelreiches Lauf hemme keine List noch Macht.
Schaffe Licht in dunkler Nacht.
Erbarm Dich, Herr.

5) Gib den Boten Kraft und Mut, Glauben, Hoffnung, Liebesglut,
laß Du reiche Frucht aufgehn, wo sie unter Tränen säen.
Erbarm Dich, Herr.

6) Laß uns Deine Herrlichkeit sehen auch in dieser Zeit
und mit unsrer kleinen Kraft suchen, was den Frieden schafft,
Erbarm Dich, Herr.

 

Psalm
31, 20-25 (Luther 2017)

Wie groß ist deine Güte, Herr, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten,
und erweisest vor den Menschen denen, die auf dich trauen!

    Du birgst sie im Schutz deines Angesichts vor den Rotten der Leute,
    du verbirgst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen.

Gelobt sei der Herr; denn er hat seine wunderbare Güte
mir erwiesen in einer festen Stadt.

    Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoßen.
    Doch du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie.

Liebet den Herrn, alle seine Heiligen!
Die Gläubigen behütet der Herr und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.

    Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des Herrn harret!

 

Lesung:
Matthäus 20,1-16, Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Basisbibel)

1 Jesus fuhr fort: »Das Himmelreich gleicht einem Grundbesitzer: Er zog früh am Morgen los, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. 2 Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Lohn von einem Silberstück für den Tag. Dann schickte er sie in seinen Weinberg. 3 Um die dritte Stunde ging er wieder los. Da sah er noch andere Männer, die ohne Arbeit waren und auf dem Marktplatz herumstanden. 4 Er sagte zu ihnen: ›Ihr könnt auch in meinen Weinberg gehen. Ich werde euch angemessen dafür bezahlen.‹ 5 Die Männer gingen hin. Später, um die sechste Stunde, und dann nochmal um die neunte Stunde machte der Mann noch einmal das Gleiche. 6 Als er um die elfte Stunde noch einmal losging, traf er wieder einige Männer, die dort herumstanden. Er fragte sie: ›Warum steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?‹ 7 Sie antworteten ihm: ›Weil uns niemand eingestellt hat!‹ Da sagte er zu ihnen: ›Ihr könnt auch in meinen Weinberg gehen!‹ 8 Am Abend sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: ›Ruf die Arbeiter zusammen und zahl ihnen den Lohn aus! Fang bei den Letzten an und hör bei den Ersten auf.‹ 9 Also kamen zuerst die Arbeiter, die um die elfte Stunde angefangen hatten. Sie erhielten ein Silberstück. 10 Zuletzt kamen die an die Reihe, die als Erste angefangen hatten. Sie dachten: ›Bestimmt werden wir mehr bekommen!‹ Doch auch sie erhielten jeder ein Silberstück. 11 Als sie ihren Lohn bekommen hatten, schimpften sie über den Grundbesitzer. 12 Sie sagten: ›Die da, die als Letzte gekommen sind, haben nur eine Stunde gearbeitet. Aber du hast sie genauso behandelt wie uns. Dabei haben wir den ganzen Tag in der Hitze geschuftet!‹ 13 Da sagte der Grundbesitzer zu einem von ihnen: ›Guter Mann, ich tue dir kein Unrecht. Hast du dich nicht mit mir auf ein Silberstück als Lohn geeinigt? 14 Nimm also das, was dir zusteht, und geh! Ich will dem Letzten hier genauso viel geben wie dir. 15 Kann ich mit dem, was mir gehört, etwa nicht das machen, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich so großzügig bin?‹ 16 So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein.«

 

Auslegung
Das ist doch nicht gerecht! Der hat viel mehr als ich! Die hätte etwas anderes verdient! Und überhaupt fühle ich mich übergangen!

So reagieren wir oft, wenn wir merken, dass anderen Gutes wiederfährt. Der Staat soll für Gerechtigkeit sorgen. Die Arbeitgeber sollen faire Löhne zahlen. Und Gott muss doch es erst recht gerecht handeln, denken wir.

Aber bei Gott bedeutet Gerechtigkeit nicht, dass jeder das Gleiche bekommt, sondern dass jeder am Ende genug hat. Wenn wir also am Ende des Tages genug haben, dürfen wir dankbar sein und uns freuen statt beleidigt auf andere zu schielen, die auch beschenkt wurden. Wir verlieren nichts, wenn andere mehr bekommen, als sie "verdient" haben. Und wenn Gott selbst denen, die nur wenig beigetragen haben, barmherzig begegnet, kann das ein Grund zur Freude sein. Wir merken, auch uns erreicht seine Gnade unverdient. Gottes Segen bekommen wir nicht für unsere Leistung, sondern aus reiner Gnade.

Das ist nicht gerecht im klassischen Sinne. Justitia mit Schwert, Waage und Augenbinde handelt so nicht. Aber Gott handelt so. Und auch wir dürfen so leben, dass wir Überfluss teilen mit denen, die zu wenig haben. Und am Ende haben alle genug, um dankbar zu sein.

 

Gebet
Gott, wir wollen dankbar auf unsere Woche zurückschauen.
Vieles haben wir aus deiner Hand empfangen.
Vieles hast du gelingen lassen.
Danke Gott.

Manches ist noch offen oder gar gescheitert.
Das hält uns im Griff, verhindert echte Ruhe.
Wir geben es ab bei dir.
Bitte verschaffe du unserer Seele Frieden.

Und wir sehen um uns eine Welt ohne Gerechtigkeit.
Arm und Reich in der gleichen Stadt , oft Tür an Tür.
Weltweite Ungerechtigkeit, Krieg, Hunger und Unterdrückung.
Lass uns Hände deiner Gerechtigkeit sein
Hilfe schaffen und Hoffnung leben.

Wir vertrauen auf deine Gerechtigkeit.
Herr, erbarme dich.

Amen.

 

(Karsten Kopjar für die OnlineKirche)